“Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!”
(vgl. Mk 1,15)

Apollinaris Absis

Liebe Freunde und Gäste der Apollinariskirche!

Es war in den letzten Wochen ziemlich ruhig auf dem Apollinarisberg, denn die große Apollinariswallfahrt (im letzten Jahr mehr als 10.000 Gottesdienstteilnehmer) hat nicht stattgefunden. Stattdessen war am Samstag 18. Juli ein inspirierender Gottesdienst mit Herrn Pfarrer Klupsch, inklusiv Segen für die Stadt Remagen. Wohl haben wir von Maastricht aus eine “digitale Apollinariswallfahrt” gefeiert: Täglich mit Hl. Messe und Pilgerandacht. Wenn Sie nochmals nachschauen wollen, suchen Sie auf www.kommel.nl/archief. Von der täglichen Pilgerandacht und Predigt der Heiligen Messe gibt es CD-Aufnahmen, erhältlich im Kloster. “Dein Reich komme, o Herr! Mit diesem Jahresthema gehen wir jetzt in den Nachsommer und den Herbst hinein. Dazu einen Text von Papst Franziskus aus 2019. Er hat diese Überlegung in einer Generalaudienz gesprochen. Ich wünsche Ihnen eine gute, gesegnete Zeit. Im Gebet und im Vertrauen auf den Herrn miteinander verbunden.

P. Bartholomé

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Wenn wir das »Vaterunser« beten, dann lautet die zweite Bitte, die wir an Gott richten: »dein Reich komme« (Mt 6,10). Nachdem er dafür gebetet hat, dass Gottes Name geheiligt werde, bringt der Gläubige den Wunsch zum Ausdruck, dass das Kommen seines Reiches beschleunigt werden möge. Dieser Wunsch ist sozusagen aus dem Herzen Christi selbst hervorgegangen, der sein Wirken in Galiläa damit begann, dass er verkündete: »Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!« (Mk 1,15).

Diese Worte sind durchaus keine Drohung. Im Gegenteil: Sie sind eine gute Nachricht, eine Freudenbotschaft. Jesus will die Menschen nicht zur Umkehr drängen, indem er Furcht vor dem bevorstehenden Urteil Gottes oder Schuldbewusstsein über das begangene Übel sät. Jesus betreibt keinen Proselytismus: Er verkündet ganz einfach. Im Gegenteil, was er bringt, ist die gute Nachricht vom Heil, und von ihr ausgehend ruft er zur Umkehr auf. Jeder ist eingeladen, an das »Evangelium« zu glauben: Die Herrschaft Gottes ist seinen Kindern nahe gekommen. Das ist das Evangelium: Die Herrschaft Gottes ist seinen Kindern nahe gekommen. Und Jesus verkündet diese wunderbare Sache, diese Gnade: Gott, der Vater, liebt uns, er ist uns nahe, und er lehrt uns, auf dem Weg der Heiligkeit zu wandeln.

Die Zeichen des Kommens dieses Reiches sind zahlreich und alle positiv. Jesus beginnt sein öffentliches Wirken damit, dass er Sorge trägt für die Kranken, sowohl im Leib als auch im Geist, für die sozial Ausgegrenzten – zum Beispiel die Aussätzigen –, für die Sünder, die von allen mit Verachtung angeschaut werden: auch von denen, die noch größere Sünder waren als sie, aber so taten, als seien sie gerecht. Und wie nennt Jesus diese? »Heuchler.« Jesus selbst verweist auf diese Zeichen, die Zeichen des Reiches Gottes: »Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet« (Mt 11,5).

»Dein Reich komme!« wiederholt der Christ mit Nachdruck, wenn er das »Vaterunser« betet. Jesus ist gekommen; aber die Welt ist noch immer von der Sünde gezeichnet, von vielen leidenden Menschen bevölkert, von Menschen, die sich nicht versöhnen und nicht vergeben, von Kriegen und vielen Formen der Ausbeutung – denken wir zum Beispiel an den Kinderhandel. All diese Tatsachen sind der Beweis, dass der Sieg Christi noch nicht völlig umgesetzt ist: Viele Männer und Frauen leben noch mit verschlossenem Herzen. Vor allem in diesen Situationen geht aus dem Mund des Christen die zweite Bitte des »Vaterunsers « hervor: »Dein Reich komme!« Es ist als würde man sagen: »Vater, wir brauchen dich! Jesus, wir brauchen dich, wir brauchen es, dass du überall und für immer der Herr mitten unter uns bist!«. »Dein Reich komme, sei du mitten unter uns.«

Manchmal fragen wir uns: Wieso wird dieses Reich so langsam verwirklicht? Jesus spricht über seinen Sieg gern in der Sprache der Gleichnisse. Zum Beispiel sagt er, dass das Reich Gottes wie ein Acker ist, auf dem der gute Weizen und das Unkraut zusammen wachsen: Der schlimmste Fehler wäre, sofort eingreifen und das, was uns als Unkraut erscheint, aus der Welt ausrotten zu wollen. Gott ist nicht wie wir, Gott hat Geduld. Das Reich
Gottes wird in der Welt nicht mit Gewalt errichtet: Sein Stil, es zu verbreiten, ist die Sanftmut (vgl. Mt 13,24-30).

Das Reich Gottes ist gewiss eine große Kraft, die größte, die es gibt, aber nicht nach den Kriterien der Welt; in dieser scheint es nie die absolute Mehrheit zu haben. Es ist wie der Sauerteig, der unter das Mehl gemischt wird: Scheinbar verschwindet er, aber in Wirklichkeit ist gerade er es, der den Teig durchsäuert (vgl. Mt 13,33). Oder es ist wie ein Senfkorn, so klein, fast unsichtbar, das jedoch die Sprengkraft der Natur in sich trägt und wenn es einmal gewachsen ist, größer als die anderen Gewächse des Gartens wird (vgl. Mt 13,31f.).

Dieses »Geschick« des Reiches Gottes erkennt man am Lebenslauf Jesu selbst: Auch er war für seine Zeitgenossen ein schwaches Zeichen, ein für die offiziellen Historiker der Zeit beinahe unbekanntes Ereignis. Als »Weizenkorn« hat er sich selbst bezeichnet, das in der Erde stirbt, aber nur so »reiche Frucht« bringt (vgl. Joh 12,24). Das Symbol des Samens ist vielsagend: An einem Tag versenkt der Bauer ihn in die Erde (eine Geste, die wie ein Begräbnis erscheint), »und dann schläft er und steht wieder auf, es wird Tag und wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht wie« (Mk 4,27). Gott geht uns immer voraus. Gott überrascht immer. Dank seiner gibt es nach der Nacht des Karfreitags ein Morgenrot der Auferstehung, das in der Lage ist, die ganze Welt mit Hoffnung zu erleuchten. »Dein Reich komme!« Säen wir dieses Wort mitten unter unsere Sünden und unser Scheitern.

Schenken wir es den geschlagenen und vom Leben gebeugten Menschen – jenen, die mehr Hass als Liebe erfahren haben, die nutzlose Tage erlebt haben, ohne je zu verstehen warum. Schenken wir es jenen, die für Gerechtigkeit gekämpft haben, allen Märtyrern der Geschichte, denen, die den Schluss gezogen haben, dass sie umsonst gekämpft haben und dass in dieser Welt immer das Böse herrscht. Dann werden wir die Bitte des »Vaterunsers« antworten hören. Sie wird zum tausendsten Mal jene Worte der Hoffnung wiederholen, dieselben, mit denen der Geist alle Heiligen Schriften besiegelt hat: »Ja, ich komme bald.« Das ist die Antwort des Herrn. »Ich komme bald.« Amen. Und die Kirche des Herrn antwortet: »Komm, Herr Jesus!« (Offb 22,20). »Dein Reich komme« ist, als würde man sagen: »Komm, Herr Jesus!« Und Jesus sagt: »Ich komme bald.« Und Jesus kommt, auf seine Weise, aber jeden Tag. Darauf müssen wir vertrauen. Und wenn wir das »Vaterunser« beten, dann sagen wir immer: »Dein Reich komme«, um im Herzen zu hören: »Ja, ja, ich komme, und ich komme bald.«

Danke!                                           

Papst Franziskus, Vatikan, 6.3.2019

 

Monatsprogramm 2. Hälfte August - September 2020

Jeden Samstag
17.00 Uhr Rosenkranz
18.00 Uhr Hl. Messe (musikalische Gestaltung durch die Klostergemeinschaft)

Jeden Sonntag
09.45 Uhr Rosenkranz
10.30 Uhr Hl. Messe (musikalische Gestaltung durch die Klostergemeinschaft)

Jeden Mittwoch
17.00 Uhr Rosenkranz
18.00 Uhr Hl. Messe
19.30 Uhr Gebetsabend (ab 02. September)

Jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag
07.30 Uhr Hl. Messe

Ausnahme: 31.08. und 01.09. keine Morgenmesse.

Änderungen der Gottesdienstordnung entnehmen Sie bitte dem aktuellen Apollinarisboten.


Beichtgelegenheit nach Vereinbarung


Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

Mittwoch, 15. August
17.00 Uhr Rosenkranz
18.00 Uhr Hl. Messe


Sonntag, 30. August - Marianischer Gebetsabend
nur via Livestream!

17.00 Uhr Lobpreis und Vortrag zur aktuellen Botschaft aus Medjugorje
18.00 Uhr Eucharistische Anbetung mit Rosenkranz
19.00 Uhr Hl. Messe


Sonntag, 27. September - Marianischer Gebetsabend
nur via Livestream!

17.00 Uhr Lobpreis und Vortrag zur aktuellen Botschaft aus Medjugorje
18.00 Uhr Eucharistische Anbetung mit Rosenkranz
19.00 Uhr Hl. Messe


Livestream in Deutscher Sprache: siehe www.kommel.nl/livestream

Teilnahme an Gottesdiensten in der Apollinariskirche

Gläubige können nur nach vorheriger (telefonischer) Anmeldung im Kloster St. Apollinaris zum Gottesdienst eingelassen werden!
Melden Sie sich bitte im Kloster St. Apollinaris an (02642/2080, vom Dienstag bis Samstag zwischen 09.30 Uhr und 11.30 Uhr).
Benötigte Angaben: Vor- und Familiennamen, Adresse und Uhrzeit der Hl. Messe, die Sie mitfeiern möchten. Pro Anruf nur eine Anmeldung für den nächsten Sonntag u. evtl. Werktage.
(Ihre Daten müssen zur Nachverfolgung möglicher Infektionen, entsprechend dem Datenschutz, 14 Tage aufbewahrt werden.)

  1. Nach Wunsch können Sie eine eigene Liedmappe empfangen, die Sie zum Gottesdienst mitbringen!
  2. Tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung!  
  3. Ein- und Ausgänge der Kirchen sind gekennzeichnet, bitte beachten!
  4. An den Eingängen bitte Hände desinfizieren!
  5. Bitte leisten Sie den Hinweisen des Empfangdienstes unbedingt Folge, auch während der Gottesdienstfeier!
  6. Halten Sie die Abstandsregeln ein (mindestens 1,5 m), auch während des Gottesdienstes.
  7. Halten Sie bitte die Kontaktbeschränkungen vor und nach den Gottesdiensten (vor der Kirche) ein!
  8. Kein Händedruck zum Friedensgruß, Mundkommunion ist nicht möglich!
  9. Vor der Austeilung der Hl. Kommunion: Spendedialog einmal gemeinsam gesprochen: „Der Leib Christi“ – „Amen“.
10. Bitte halten Sie die flache Hand zum Kommunionempfang dem Priester schweigend entgegen.
11. Zum Kommunionempfang treten Sie nach Aufforderung in einem Abstand von 2 Metern nach vorne u. wieder zurück.
     (Bitte den Anweisungen folgen)
12. Korb für die Kollekte steht am Ausgang bereit!
13. Während der Gottesdienstfeier ist die Kirche nicht zugänglich, deshalb rechtzeitig da sein!
14. Nach den Gottesdiensten steht die Kirche wieder für das persönliche Gebet zur Verfügung.
15. Tragen wir die Anliegen, Sorgen und Nöte, aber auch unseren Dank vor Gott und beten wir besonders für alle Kranken und Leidenden.
     Bleiben wir miteinander im Gebet verbunden, auch über den Gottesdienst hinaus!