"Ihr, Kleingläubigen...
seid Kinder des himmlischen Vaters!"

(Vgl. Mt 6,30.32)

Apollinaris Absis

Liebe Freunde und Gäste der Apollinariskirche!

In dieser Fastenzeit, zur Vorbereitung auf Ostern, geht es doch darum, dass wir als gläubige Christen wieder zum Wesentlichen kommen: dass wir im Glauben wissen und uns dazu entscheiden, was wirklich gut, wahr und schön ist, dass wir also wachsen in der Unterscheidung: worauf kommt es an in meinem Leben, was ist wesentlich, was unwesentlich?

Jesus, unser Herr, Erlöser und Lehrer, sagt es so: “Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit... und alles andere wird euch dazugegeben!” (Mt 6,33). Kurz vorher hat er während seiner Predigt auf dem Berg der Seligpreisungen gesagt: “Ihr Kleingläubigen... was sorgt ihr euch um so vieles, was nicht das Wichtigste deines Lebens ist: Kleidung, Essen, Trinken... “, also all das “Alltägliche”, was an sich natürlich seinen Platz hat und in gewissem Sinne auch wichtig ist. Aber es darf nicht die erste Sorge und die erste Priorität haben, jedenfalls nicht, wenn wir als Christen Jesus und seiner Botschaft folgen wollen.

Nach Einschätzung Jesu haben wir aber die Neigung, um als “Kleingläubige” uns um so vieles Sorgen zu machen, und das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit aus dem Auge, aus unserem Bewusstsein und dadurch aus unserem alltäglichen Leben zu verlieren. Aus dieser Sicht wäre schon eine Gewissenserforschung am Platz. Hat Gottes Reich und seine Gerechtigkeit den ersten Platz, die Priorität in meinem Leben, in Bezug auf mein Denken und mein Tun, mein Gebetsleben und meinen Umgang mit meinen Nächsten, in Bezug auf meinen Sonntag, als Tag des Herrn, den ich heiligen soll, in Bezug auf meinen Umgang mit der Schöpfung und die Zukunft meines Lebens.

Das “Reich Gottes und seine Gerechtigkeit” umfasst das ganze Leben. Es ist schlussendlich die wesentliche Beziehung zu Gott, meinem und unserem Vater im Himmel. Denn gegenüber der “Kleingläubigkeit”, bei der sich alles um mich selber und meine Sorgen dreht, steht das Vertrauen auf Gott, der Vater ist und sein will.

Wer ist allerdings dieser Gott-Vater? Können wir Ihn kennen? Gibt es da Erfahrung und ein inneres Wissen? Ist er nicht für mich und für meine Mitmenschen (und auch für viele Christgläubige) der große Unbekannte, ja sogar der große “Vergessene”? Wie viele Menschen, sogar etliche Christgläubige, haben diesen Gott-Vater zu einem “Es” degradiert, denn so sagen viele: “ich glaube an etwas”. Man glaubt an etwas, was Gott wäre, statt Ihn zu erkennen als unser großes, vor allem liebevolles und barmherziges “DU”! Stellen Sie sich mal vor: Sie nennen Ihr Kind oder Enkelkind ein “Es”, oder Ihre Eltern oder Freunde benennen Sie mit “Es”?  Oder Sie werden selbst degradiert zu einem “Es” in einem System, statt persönlich gekannt und anerkannt zu werden?

Das heißt doch: in diesem Fall werden Sie als Mensch degradiert zu einem “Ding” oder zu einem “Unbekannten und Unbenannten”. Und so tun wir es auch mit Gott. Er will aber das wahre, gute und schöne DU sein: Schöpfer und Erlöser, Vater und Freund, Friedensfürst, Heiland und Wegbegleiter.

Wie sollen wir das allerdings wissen und erfahren: doch nur, weil Jesus uns lehrt: “Wer mich sieht, sieht den Vater!” (Joh 14,9) Dieses Sehen hat zu tun mit glauben und einsehen, mit Vertrauen und einem inneren Wissen, ja mit einer Grundhaltung. Luther hat es in einem Wortspiel so gesagt: “Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!” Wörtlich könnte man übersetzen: “Wenn ihr nicht glaubt, das heißt, wenn ihr nicht an Gott, dem Herrn festhaltet, dann werdet ihr keinen Halt haben” (Jes 7,9). Glauben hat also zu tun mit einem “Stehen und Verstehen”, und zwar nicht, weil ich oder wir es erfunden oder gemacht haben, sondern weil Gott-Vater es uns offenbart hat, durch den Sohn. Er hat sich offenbart und sich bekannt gemacht. Glauben ist also zuerst ein Empfangen, so wie ich auch zuerst das Leben empfange. Weil ich das Leben und auch den Glauben als ein “Stehen und Verstehen” empfangen habe oder auch empfangen kann, kann ich auch meine Antwort geben. Zuerst spricht Er sein Wort, in Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, und von daher kann ich auch meine Antwort des Glaubens geben.

Die Fastenzeit ist darum aus dieser Sicht eine Zeit, in der wir die Gnade empfangen und bewusst in Anspruch nehmen, um fester im Vertrauen auf Gott-Vater zu stehen. Einfach auch darum, weil Jesus, unser Herr und Lehrer, uns diesen Weg zeigt im Wort, in der Tat und schlussendlich in seinem Sterben und Auferstehen, das heißt in seiner Hingabe am Kreuz. “Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!” Diesen Geist haben wir in der Taufe empfangen: um durch alle Finsternis hindurch fest zu stehen und zu verstehen, dass unser Leben in Gottes Hand liegt und Er auch für uns da sein will, damit wir unser Leben “christlich” gestalten, das heißt nach dem Maß Jesu Christi.

Ja, wir sind doch manchmal mehr oder weniger kleingläubig. An sich ist es auch gut, dass wir es uns bewusst sind und uns auch bewusst machen, um dann auch von neuem den Aufruf Jesu anzunehmen und zu beantworten: “Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium!”

Der Apostel Paulus, der selbst die Umkehr zu Christus erfahren hat, beschreibt es im Römerbrief 12,2 so: “Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.”

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit zu, eine Zeit der Erneuerung Ihres Denkens und Ihres Tuns,
Ihres “Stehens und Verstehens”, denn, “wer glaubt, bleibt!”

 

P. Bartholomé


Herzlich willkommen auf unserer neuen Website: www.apollinariskirche.de


Monatsprogramm März 2017

Jeden Samstag
17.00 Uhr Rosenkranz und Beichtgelegenheit
18.00 Uhr Hl. Messe (musikalische Gestaltung durch die Klostergemeinschaft)

Jeden Sonntag
09.45 Uhr Rosenkranz
10.30 Uhr Hl. Messe, danach in der Krypta Segnung mit dem kleinen Hauptreliquiar des hl. Apollinaris.
An jedem Sonntag ist der Garten nach der Hl. Messe bis 16.30 Uhr offen. Empfang mit Kaffee und Tee im Kloster oder im Garten.
17.00 Uhr Vesper und eucharistische Anbetung bis 18.00 Uhr

Jeden Mittwoch
17.00 Uhr Rosenkranz und Beichtgelegenheit
18.00 Uhr Hl. Messe, danach in der Krypta Segnung mit dem kleinen Hauptreliquiar des hl. Apollinaris.
19.30 Uhr Gebetsabend

Jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag
07.30 Uhr Hl. Messe
(Ausnahme: außer am 03., 10., 17., 23., 24., 31. März und 7. April)

Änderungen der Gottesdienstordnung entnehmen Sie bitte dem aktuellen Apollinarisboten.

Beichtgelegenheit
Jeden Mittwoch: 17.00 - 17.45 Uhr
In der Fastenzeit: Freitags 16.00 - 18.00 Uhr
Jeden Samstag: 17.00 - 17.30 Uhr

und nach Vereinbarung


Fastenzeit

jeden Freitagnachmittag/abend
03.03., 10.03., 17.03., 24.03., 31.03., 07.04.
15.00 Uhr Gedächnis der Sterbestunde Jesu, anschließend eucharistische Anbetung und Beichtgelegenheit
17.00 Uhr Rosenkranz
18.00 Uhr Hl. Messe


Montag, 20. März, Hochfest St. Josef

07.30 Uhr Hl. Messe


Triduum der gekreuzigten und auferstandenen Liebe

Donnerstag 23. März
17.00 Uhr Rosenkranz
18.00 Uhr Hl. Messe mit Heilungsgebet,
anschließend eucharistische Anbetung in der Kirche bis 22.00 Uhr.

Freitag 24. März
15.00 Uhr Sterbestunde Jesu, anschließend eucharistische Anbetung und Beichtgelegenheit
17.00 Uhr Rosenkranz 
18.00 Uhr Hl. Messe

Sonntag 26. März
09.45 Uhr Rosenkranz
10.30 Uhr Hl Messe


Marianischer Gebetsabend

Sonntag, 26. März 2017
(Sie können auch teilweise am Programm teilnehmen)

17.00 Uhr Lobpreis und Vortrag zur aktuellen Botschaft aus Medjugorje
18.00 Uhr Eucharistische Anbetung mit Rosenkranz und Beichtgelegenheit
19.00 Uhr Hl. Messe, anschließend Zusammensein bis 21.00 Uhr. Teilen der mitgebrachten Gaben.